Leitung: Prof. Dr. Gwendolyn Sasse

Gesellschaften zwischen Stabilität und Wandel

Kategorien wie „Demokratie“ und „Autoritarismus“ suggerieren klare Definitionskriterien und Abgrenzungen, doch sie bilden die politische und soziale Realität nur unzureichend ab. Beide Konzepte und die Gesellschaften, die sie zu beschreiben versuchen, sind in Bewegung – in Osteuropa und darüber hinaus. Der Forschungsschwerpunkt widmet sich den Grauzonen und Überschneidungen zwischen den oftmals zu kategorischen Klassifizierungen. Das Begriffspaar Stabilität und Wandel legt dabei den Akzent einerseits auf die Dynamik gesellschaftlicher, politischer, wirtschaftlicher und kultureller Veränderungen und andererseits auf die Prozesse, die Wandel verhindern oder einschränken.  Verschiedene Akteure auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene werden vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und institutioneller Strukturen in den Blick genommen.

Dabei stehen contested spaces, die Räume, in denen politische, normative und historische Ansprüche und Erwartungen sowie Identitäten und Erinnerungen verhandelt werden, im Mittelpunkt. Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen erarbeiten die Projekte aus diesem Forschungsschwerpunkt eine große Bandbreite politischer und kultureller Kontexte, die in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatte bisher unzulänglich erschlossenen sind. Dabei geht es unter anderem um die Dynamik sozialer und politischer Bewegungen, die Beziehungen zwischen staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Akteuren, lokale Entscheidungsprozesse, Wertediskurse im Zusammenspiel von Religion, Gesellschaft und Politik, Erinnerung und Geschichtspolitik sowie die Rolle von Sprache und Literatur für kulturelle und politische Identitäten.

Forschungsprojekte

Wissenschaftler*innen