Central Asia: Connecting Protest Research(ers)

Central Asia: Connecting Protest Research(ers)

Protest gegen das Ergebnis der Parlamentswahlen in Kirgistan 2020 nach Hinweisen auf Wahlfälschung. IMAGO / ITAR-TASS

Dieses vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Projekt wurde von Dr. Beate Eschment, Zentralasien-Expertin am ZOiS, beantragt. Projektpartnerinnen sind Dr. Asel Doolotkeldieva und die OSCE Academy, Bischkek, Kirgistan, sowie Prof. Dr. Manja Stephan-Emmrich, Institut für Asien- und Afrikawissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin. Das Projekt hat eine Laufzeit von einem Jahr (1.1.2023 bis 31.12.2023) und ist dem Forschungsschwerpunkt „Gesellschaften zwischen Stabilität und Wandel“ zugeordnet.

Projektbeschreibung

Zentralasien ist bislang nicht als Region besonderer Protestaktivitäten aufgefallen. Abgesehen von den drei sogenannten „Revolutionen“ (2005, 2010 und 2020) in Kirgistan sind nur ganz wenige Proteste, so 2005 im usbekischen Andischan und 2011 in Schanaözen (Kasachstan) sowie 2022 im Januar in Kasachstan und im Juli in der usbekischen Teilrepublik Karakalpakstan, bekannt geworden. Tatsächlich hat es aber in allen Republiken (mit Ausnahme Turkmenistans) viele kleine, lokal begrenzte Proteste mit politischem, sozialem, ökologischem, aber auch z.B. homo- oder xenophobem Hintergrund gegeben. Praktisch allen Protesten gemeinsam ist, dass sie von den Regimen nicht nur mit Waffengewalt und Verhaftungen beendet wurden, sondern dass zugleich versucht wurde, ihr Bekanntwerden zu verhindern und ihre Erforschung zu unterdrücken.

Als Folge haben diese Proteste bislang wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden. Das Projekt will daher einen Impuls für mehr Forschung zu diesem Thema geben, in dem es die wenigen ausgewiesenen Spezialist*innen mit dem akademischen Nachwuchs aus Ost und West zusammenbringt. Dabei sollen neue Fallbeispiele, Methoden und Theorien, wie auch die besonderen Herausforderungen der Feldforschung diskutiert werden.

Ziele

  • Wissenschaftlicher Austausch über Proteste, neue Methoden und spezielle Probleme der Protestforschung
  • Vernetzung von Forschenden, insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs
  • Anstoß zu verstärkter Forschung zu diesem Thema

 

Maßnahmen

  • Aufenthalt der Projektpartnerin Dr. Asel Doolotkeldieva als Gastwissenschaftlerin am ZOiS
  • Forschungsaufenthalt von Dr. Beate Eschment in Kirgistan
  • Workshop für Promovierende und Abschlusskandidat*innen am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt- Universität zu Berlin
  • Mehrtägiger Workshop mit Forschenden und jungen Wissenschaftler*innen aus ganz Zentralasien und Berlin über Proteste in den zentralasiatischen Staaten und Probleme ihrer Erforschung

Projektbeteiligte am ZOiS