Dr. Félix Krawatzek

Europavorstellungen in europäischen Erinnerungsdiskursen

Dr. Félix Krawatzek

Europavorstellungen in europäischen Erinnerungsdiskursen

Brexit-Gegner*innen demonstrieren in London für ein Europa ohne nationalistische Tendenzen. Hayley Blackledge / Alamy Stock Foto

in Kooperation mit Dr. Gregor Feindt (Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Mainz), Dr. Friedemann Pestel (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), Dr. Rieke Trimçev (Universität Greifswald)

Projektbeschreibung

Das Scheitern des EU-Verfassungsvertrags, die Finanz- und Wirtschaftskrise, Migrations-bewegungen, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, eine Vielzahl von der gegenwärtigen Konjunktur des Populismus befeuerter neuer Nationalismen sowie seit 2020 die Corona-Pandemie haben das politische Projekt Europa vor große Herausforderungen gestellt. Welcher politische Gestaltungsraum kann entwickelt werden, um die Fliehkräfte dieser Prozesse einzuholen? Die Antwort auf diese Frage hängt auch davon ab, wie „Europa“ in der Öffentlichkeit und für die Bürger der Europäischen Union repräsentiert wird. Es ist jedoch wenig darüber bekannt, was „Europa“ im Laufe der Zeit zwischen verschiedenen Akteuren innerhalb und zwischen europäischen Ländern bedeutet hat. Dieses Forschungsprojekt untersucht Europavorstellungen anhand der vielschichtigen Diskurse über „europäische Erinnerung“. Derartige Debatten stellen einen normativen Hintergrund für die politische und wirtschaftliche Integration dar und verwenden vielfach konkurrierende und manchmal widersprüchliche Bilder einer europäischen Vergangenheit.

Methods

  • Methoden der qualitativen Diskursanalyse
  • Vergleichende Analyse von Textkorpora über europäische Erinnerung aus sechs europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und das Vereinigte Königreich)

Kernfragen

  • Welche historischen Erfahrungen werden in Europavorstellungen mobilisiert?
  • Welche politischen Forderungen artikulieren Akteure in Zusammenhang mit Europavorstellungen?
  • Welche Logiken der Öffentlichkeit manifestieren sich in Diskursen zu „europäischer Erinnerung“?
  • Welche Europabilder entstehen jenseits normativer Europavorstellungen bei einer Analyse polyphoner Erinnerungsdiskurse?

Projektleitung