Wenn jede Handlung Krieg bedeutet: Konfliktdynamiken nach der Krim-Annexion und russische Außenpolitik (WARU)

Wenn jede Handlung Krieg bedeutet: Konfliktdynamiken nach der Krim-Annexion und russische Außenpolitik (WARU)

MOSKAU, RUSSLAND - 1. JUNI 2020: Sergei Rudskoi, Chef der Operativen Hauptabteilung des Generalstabs der russischen Streitkräfte, hält ein Briefing ab. IMAGO / ITAR-TASS

Dieses Projekt wird von Dr. Julie Wilhelmsen am Norwegian Institute of International Affairs (NUPI)geleitet und vom Research Council of Norway finanziert. Am ZOiS sind Prof. Gwendolyn Sasse und Dr. Félix Krawatzek Teil eines internationalen Forschungsteams als externe Partner des Projekts.

Projektbeschreibung

Dieses Projekt richtet seine Aufmerksamkeit auf Diskurse als einen Schlüsselmechanismus innerhalb von Konfliktdynamiken. Konzeptionell baut das Projekt auf Theorien der Versicherheitlichung auf und analysiert, wie sich diskursive Vorstellungen einer existenziellen Bedrohung derart ausweiten können, dass sie alle Bereiche des Umgangs mit „dem Anderen“ erfassen.

Es fragt danach, wie die vor allem seit 2014 zu beobachtende Abwärtsspirale in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen durch die diese Beziehungen prägende Kommunikation und die sie bestimmenden Narrative geprägt wurde.

Das Projekt schließt umfassende empirische Textanalysen ein, die untersuchen, wie feindselige Rhetorik gegenüber dem „Anderen“ normalisiert und immer weniger hinterfragt wird, und so aktiv die Wahrnehmungen und Handlungen der Beteiligten bestimmen kann. Einzelne Projektpartner konzentrieren sich auf Russlands Interaktionen mit Norwegen, Estland, Deutschland, den USA und der NATO zwischen 2014 und 2020 und bereichern das Projekt durch methodologische Perspektiven auf Aspekte des politischen Framings und durch ihre Forschung zu gesellschaftlichen Wahrnehmungen.

Methodik

  • Computergestützte Diskursanalyse von offiziellen Reden, Strategiedokumenten und Medienquellen

Kernfragen

  • Welche Rolle spielt rhetorisches Framing bei der Verschlechterung zwischenstaatlicher Beziehungen?
  • Welche Rolle spielt die offizielle Rhetorik, die „den Anderen” als seine Bedrohung darstellt, bei der Eskalation von Konflikten zwischen Russland und „dem Westen“?
  • Was sind Möglichkeiten und Herausforderungen der computergestützten Analyse großer Textmengen?

Co-Investigator

Wissenschaftliche Direktorin
Einstein-Professorin für Vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin