ZOiS Forschungskolloquium

Queere postsowjetische Diaspora in Deutschland zwischen (Un-)Sichtbarkeit und (Selbst-)Exotisierung

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ZOiS Forschungskolloquium

Queere postsowjetische Diaspora in Deutschland zwischen (Un-)Sichtbarkeit und (Selbst-)Exotisierung

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Masha Beketova, Institut für Slawistik, Humboldt-Universität zu Berlin.

Dieser Vortrag reflektiert die Räumlichkeit und Zeitlichkeit der queeren postsowjetischen Diaspora in Deutschland. 2010 argumentierte Borchardt, dass lesbische russischsprachige Migrant*innen in Deutschland auf sehr subtile Weise Gemeinschaften konsolidieren und aufbauen. Im Vergleich zu anderen queeren Migrantengemeinschaften schienen russophone Lesben politische Identitäten zu vermeiden und versammelten sich um die Clubkultur. Positive Selbstidentifikation und Ermächtigung waren fast nur durch nonverbale Praktiken, euphemistische Gemeinschaften und Zugehörigkeitspraktiken möglich. Zehn Jahre später können wir nicht nur über die sich entwickelnde postsowjetische LGBTIQ+-Migrantenbewegung sprechen, sondern auch über interne Unterschiede, Hierarchien und multiple politische Selbstidentifikationen. Diese Phänomene werden in der queeren Diaspora und der postsowjetischen Migrationsforschung immer noch übersehen. Welche selbstbestimmten Gegendiskurse der queeren postsowjetischen Diaspora existieren jenseits der Dichotomie von Unsichtbarkeit und (Selbst-)Exotisierung? Was können wir über die deutsche "Dominanzkultur" und postsowjetische Queerness aus diasporischer Perspektive lernen?  

ZOiS Forschungskolloquium

Im Sommersemester 2021 lädt das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Kooperation mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) wieder zu einem multidisziplinären Forschungskolloquium ein. Das Kolloquium versteht sich als Diskussionsforum für work-in-progress von Promovierenden, Postdocs und etablierten Wissenschaftler*innen, deren sozial­wissenschaftliche Arbeit einen Osteuropabezug hat. Das Ziel ist es, mit diesem Kolloquium im Raum Berlin-Brandenburg einen beständigen Treffpunkt in der Osteuropaforschung zu etablieren. Das Forschungskolloquium findet jeden zweiten Mittwoch im Monat im Semester im Online-Format um 18.00 Uhr statt

Bitte melden Sie sich bei Interesse bei Anja Krüger (events(at)zois-berlin(dot)de) an.

Organisator*innen:

  • Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien
  • Prof. Dr. Katharina Bluhm, Freie Universität Berlin
  • Prof. Dr. Sabine Kropp, Freie Universität Berlin
  • Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Prof. Dr. Timm Beichelt, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
  • Prof. Alexander Libman, Freie Universität Berlin

Sommersemester 2021

Kontakt

Anja Krüger
Kommunikationskoordinatorin
events(at)zois-berlin.de