Dr. Nina Frieß

Literatur und Macht im postsowjetischen Raum

Dr. Nina Frieß

Literatur und Macht im postsowjetischen Raum

Kerstin Siepmann

Projektbeschreibung

In ihrem Projekt fragt die Slavistin Nina Frieß nach der Rolle, die russophone Literatur heute im postsowjetischen Raum spielt. Grundannahme ist dabei, dass sich relevante Diskurse einer Gesellschaft weiterhin in ihrer Literatur spiegeln. Im Fokus steht die Frage, welche Funktionen solche Literaturen heute haben. Dabei wird berücksichtigt, dass Literatur ihre Stellung als gesellschaftliches Leitmedium eingebüßt hat, was ihr – so die These – aber gerade in nicht demokratischen Regimen Freiheiten einräumen könnte, die es in anderen Medien nicht gibt.

Anhand ausgewählter Beispielländer wird zunächst eine Bestandsaufnahme der jeweiligen russophonen Literatur gemacht. In der Analyse ausgewählter Texte werden dann inhaltliche und soziale Dimensionen der Texte genauer untersucht.Aktuell  konzentriert sich Nina Frieß in ihrem Projekt vor allem auf Kasachstan.

Betrachtet man die existierende Forschung rund um postsowjetische Literaturen fällt auf, dass sich diese vor allem mit den Entwicklungen in Russland befasst. Dieser Russlandzentrismus trifft sowohl auf theoretische Diskurse als auch auf Literatur selbst zu. Russophone Literaturen, die nach dem Ende der Sowjetunion außerhalb Russlands entstanden, werden kaum untersucht – das Projekt bewegt sich damit auf einem wenig erschlossenen Forschungsfeld und strebt an, dieses Desiderat zu schließen.

Methodik

  • Qualitative Textanalysen
  • Diskursanalysen
  • Experteninterviews

Kernfragen

  • Welche Rolle spielt russophone Literatur im postsowjetischen Raum?
  • Welche gesellschaftlichen Diskurse spiegeln sich in außerhalb Russlands entstehenden russophonen Literaturen wider?
  • In welcher Beziehung stehen russophone Literaturen und ihre Autor*innen zu Russland?

Projektleitung