Russisches Justizministerium erklärt Forschungsstelle Osteuropa für „unerwünscht"
Die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen wurde am 14. August 2026 vom russischen Justizministerium als “unerwünscht” erklärt. Die Forschungsstelle Osteuropa ist eine hochangesehene, traditionsreiche Institution der Osteuropaforschung, mit der das ZOiS kooperiert. Den Status haben inzwischen zahlreiche deutsche wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Institutionen mit Osteuropabezug. Das Ziel: Unliebsame Forschung zu diskreditieren und Wissenschaftler*innen einzuschüchtern.
Es liegt nahe, diesen Schritt als erwartbare Maßnahme der russischen Propaganda abzutun. Doch für die Betroffenen, zuallererst für russische Staatsangehörige, hat diese Listung ganz reale und möglicherweise strafrechtliche Folgen. Neben den persönlichen Härten leidet auch das Fach und der Wissenschaftsstandort: empirische Forschung wird fast unmöglich, für den wissenschaftlichen Nachwuchs wird eine Karriere in der Osteuropaforschung riskanter und unattraktiver.
Wir wenden uns daher an die Wissenschaftscommunity, die Bundesregierung und die deutsche Öffentlichkeit mit dem Wunsch zusammenzustehen und diesen inakzeptablen Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit deutlich zu benennen. Das ZOiS steht an der Seite der Forschungsstelle Osteuropa.