Integrationsstrategien der EU und Handlungsspielräume für Entwicklung in Europas Peripherien

Projektkoordination: Dr. Julia Langbein in Kooperation mit Prof. László Bruszt (Central European University)

In der Literatur dominiert die Auffassung, dass Marktintegration die Handlungsspielräume für Entwicklung in peripheren Ökonomien gleichermaßen beschränkt. Das Forschungsprojekt stellt diese Auffassung infrage und untersucht die unterschiedlichen Integrationsstrategien der Europäischen Union gegenüber ihren drei Peripherien: Den Mitgliedstaaten im Süden und Osten der EU sowie den Nachbarstaaten außerhalb der EU. Wie wirken die unterschiedlichen Strategien der EU auf die Fähigkeiten von Staaten in diesen drei Peripherien, ihre Ökonomien nicht nur erfolgreich in den regionalen Markt zu integrieren, sondern dabei auch die Wertschöpfung der Produktionsaktivitäten ihrer Industrien zu erhöhen? Welche anderen Faktoren sind für unterschiedliche staatliche Handlungsfähigkeiten zur Förderung wirtschaftlicher Entwicklung verantwortlich? Warum wendet die EU überhaupt unterschiedliche Integrationsstrategien gegenüber ihren Peripherien an und warum verändern sich diese in einigen Fällen über Zeit?

Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen analytischen Rahmen für den Vergleich unterschiedlicher wirtschaftlicher Integrationsstrategien zu entwickeln. Im Fokus stehen deren Wirkung auf die Handlungsfähigkeit von Staaten peripherer Ökonomien, Regeln des integrierten Marktes umzusetzen und davon zu profitieren. Das Projekt analysiert darüber hinaus, welche innenpolitische Faktoren die Herausbildung von Institutionen zur Förderung wirtschaftlicher Entwicklung behindern oder begünstigen. Indem das Projekt unterschiedliche wirtschaftliche Integrationsstrategin der EU und deren Effekte auf nationale Handlungsspielräume für Entwicklung in Europas Peripherien in den Blick nimmt, sollen auch wichtige Lehren für Integrationsregime zwischen Ländern mit unterschiedlichem Entwicklungsniveau in anderen Regionen der Welt gezogen werden.