Zwischen Unabhängigkeit und Sicherheit: Religion in sicherheitspolitischen Diskursen
Zwischen Unabhängigkeit und Sicherheit: Religion in sicherheitspolitischen Diskursen
Projektbeschreibung
Anlässlich der Annexion der Krim durch Russland 2014 wurde zum ersten Mal international wahrgenommen, welche politische Kraft religiöse Vorstellungen – namentlich die vom russischen Machthaber Wladimir Putin betonten spirituellen Wurzeln der russischen Staatlichkeit auf der Krim – im postsowjetischen Raum gewonnen hatten. Besonders im Kriegsgeschehen zwischen Russland und der Ukraine hat Religion bzw. die Orthodoxie einen festen Platz; sie wird von beiden Seiten als Aspekt der Sicherheitspolitik und als Element kultureller Abgrenzung positioniert. Das Forschungsprojekt fragt nach den Schnittflächen von sicherheitspolitischen Diskursen und orthodoxer Tradition in Russland und der Ukraine. Dabei soll gezeigt werden, welche Kontinuitäten und Brüche in der Einbindung der Orthodoxie als Element der sicherheitspolitischen Diskurse seit dem Ende der Sowjetunion erkennbar sind.
Kernfragen
- Wie wird die orthodoxe Tradition bzw. Theologie genutzt, um sicherheitspolitische Diskurse zu verstärken?
- Welche Aspekte der orthodoxen Tradition und Theologie der Region widersprechen der Securitisation von Religion im Kontext des russischen Krieges, und wie lassen sich diese in Akteursstrategien übertragen?
Methodik
- Diskursanalyse relevanter kirchlicher und politischer Texte und Reden