Engagement ohne Anerkennung – Höhere Bildung in De-facto-Staaten

Projektkoordination: Dr. Sabine von Löwis in Kooperation mit Thomas de Waal (Carnegie Europe)

Das Projekt analysiert die Situation der Hochschulen und ihrer Vernetzung mit internationalen Partnern in De-facto Staaten. Im Fokus steht das Grundrecht von Individuen, sich jenseits der internationalen Anerkennung von staatlichen Institutionen zu bilden und qualifizieren. Aufgrund der De-facto-Staatlichkeit ist es Hochschulen sowie Studierenden und Forschenden an diesen Hochschulen nur eingeschränkt möglich, sich an internationalen Programmen und damit an internationaler Mobilität zu beteiligen. Dies hat unterschiedliche Gründe, die aus der De-facto-Staatlichkeit resultieren und sowohl auf die innere Bereitschaft der Hochschulen in De-facto-Staaten, sich nach außen zu öffnen, als auch auf die Restriktionen internationaler Hochschulen, mit Institutionen in De-facto-Staaten zu kooperieren, zurückzuführen sind.

Das Projekt will daher untersuchen, inwiefern es möglich und wünschenswert ist, sich aus internationaler Perspektive für eine stärkere Anbindung und Einbindung von Hochschulen in De-facto-Staaten in die europäische Hochschullandschaft einzusetzen, um für Forschende wie Studierende Möglichkeiten zu eröffnen. Damit trägt das Projekt auch zu einem besseren Verständnis von Dynamiken in De-facto-Staaten bei.

Ziel des Projektes ist es, die internationalen Beziehungen von Hochschulen in verschiedenen De-facto-Staaten (Nordzypern, Abchasien und Transnistrien) mit Blick auf Forschungskontakte, Möglichkeiten zum Studierendenaustausch, Teilnahme an internationalen Forschungsförderprogrammen oder Möglichkeiten zum Spracherwerb zu analysieren. Es soll gezeigt werden, welche Ansätze es in unterschiedlichen De-facto-Kontexten gibt und welche Potentiale der Weiterentwicklung existieren. Dabei sollen interne und externe Hindernisse herausgearbeitet werden, bestehende gute Ansätze verglichen und Optionen für ein mögliches Engagement entwickelt werden.