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Neues VolkswagenStiftung-Projekt erforscht die Regulierung von Zivilgesellschaft

14.07.2026

Am 1. September 2026 startet unter Beteiligung des ZOiS ein fünfjähriges Forschungsprojekt, das sich mit der Regulierung von Zivilgesellschaft in Demokratien im Wandel befasst. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt „The ‚Good‘, ‚the Bad‘, and the (Un)democratic: Regulating Civil Society in Democracies Under Change“ im Rahmen der Förderlinie „Transformationswissen über Demokratien im Wandel – Transdisziplinäre Perspektiven“ (Kooperationsprojekte). Die Federführung liegt bei der Universität zu Köln. Am ZOiS  entsteht im Zuge des Projekts eine dreijährige Stelle.

„Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt an der Schnittstelle zwischen Rechtswissenschaft und den Sozialwissenschaften neue Perspektiven ans ZOiS bringt“, sagt ZOiS-Direktorin und Mitinitiatorin Gwendolyn Sasse. „Neben der interdisziplinären Komponente des Projekts steht auch die enge Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren im Vordergrund.“

Zivilgesellschaft im Visier

Zivilgesellschaftliche Akteur*innen prägen demokratische Transformationsprozesse. NGOs, Religionsgemeinschaften, Bürger*inneninitiativen und Gewerkschaften können Demokratien stärken – zum Beispiel, indem sie Regierungen kontrollieren. Sie können Demokratien aber auch schwächen.

Immer mehr Staaten erlassen Gesetze, die zivilgesellschaftliches Engagement einschränken. Sie begründen das oft mit dem Schutz vor „ausländischer Einflussnahme“. Während solche sogenannten „Foreign Agent“-Gesetze häufig in autokratisch regierten Staaten wie Georgien zum Einsatz kommen, wird auch in Deutschland und Großbritannien darüber diskutiert.

Methodenmix und Praxisperspektiven

Das Projekt untersucht, wie Staaten Zivilgesellschaft heute regulieren und hinterfragt auch, wie sie das tun sollten. Dabei steht die Frage im Zentrum: Wie lässt sich Engagement, das Demokratien stärkt, von Engagement unterscheiden, das Demokratien schadet?

Um das herauszufinden, analysiert das Projekt Gesetze in der EU und den Einzelstaaten Deutschland, Ukraine, Großbritannien und Georgien. Es befragt außerdem Politiker*innen, NGOs und Wissenschaftler*innen. Kombiniert werden rechtswissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und empirische Methoden. Das Team entwickelt daraus ein risikobasiertes Regulierungsmodell für Zivilgesellschaft.

Projektteam und Partner

Professor Dr. DDr. h.c. Angelika Nußberger (Universität zu Köln) leitet das Projekt. ZOiS-Direktorin Prof. Dr. Gwendolyn Sasse und Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff (Humboldt-Universität zu Berlin) sind ebenfalls am Projekt beteiligt. Transparency International EU und Democracy Reporting International bringen zusätzliches Praxiswissen ein. Am ZOiS wird der Sozialwissenschaftler Kostiantyn Fedorenko das Projekt ab dem 1. September 2026 umsetzen.

Während der Projektlaufzeit ist mindestens ein Workshop am ZOiS geplant. Die Ergebnisse fließen außerdem in ZOiS-Veranstaltungsformate und in den Austausch mit der Politik ein.

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