Belarus stuft die die Europäische Geisteswissenschaftliche Universität als „extremistischen Vereinigung“ ein
Der Oberste Gerichtshof von Belarus hat die Europäische Geisteswissenschaftliche Universität (EHU) zu einer „extremistischen Vereinigung“ erklärt. Diese Einstufung ist ein weiterer Angriff des belarusischen Staates auf zivilgesellschaftliche Akteure im Exil. Es ist der Versuch, eine wichtige Institution in den Geistes- und Sozialwissenschaften in ihrer Arbeit zu behindern und mundtot zu machen. Damit wird die Wissenschaftsfreiheit beschnitten und internationale Kooperationen in der Forschung behindert.
Der belarusische Staat handelt damit analog zu Russlands Strategie, durch Einstufungen ausländischer Organisationen als „unerwünscht“ oder „extremistisch“ kritische Bürger*innen im Exil und die internationale Wissenschaftsgemeinschaft zu verunsichern. Das ZOiS erklärt sich solidarisch mit der EHU, seinen Studierenden und Mitarbeitenden.
Die EHU ist eine private, gemeinnützige Universität, die 1992 in Minsk gegründet wurde. Nach ihrer Zwangsschließung durch die belarusischen Behörden im Jahr 2004 verlegte die EHU ihren Sitz nach Vilnius, Litauen.