Dr. Asel Doolotkeldieva

Das Engagement der EU in Zentralasien im Bereich kritischer Rohstoffe

Dr. Asel Doolotkeldieva

Das Engagement der EU in Zentralasien im Bereich kritischer Rohstoffe

Kipplaster vor einem großen Tagebau.
Die Almalyk-Bergbauanlage. Almalyk, Usbekistan 1. November 2022. IMAGO / photothek

Projektbeschreibung

Die kritischen Rohstoffe Zentralasiens sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus des geopolitischen Interesses gerückt. Während die EU bestrebt ist, ihre Abhängigkeit von China und anderen dominierenden Lieferanten zu verringern, bemühen sich die zentralasiatischen Regierungen darum, ihre Kapazitäten in den Bereichen Verarbeitung und Technologie innerhalb der Region auszubauen. Dieses Projekt umfasst mehrere Ebenen: Erstens baut es auf früheren Forschungsarbeiten zu Rohstoffabbau, Umweltaktivismus und Chinas Präsenz im Bergbausektor Zentralasiens auf. Zweitens untersucht es die affektiven Ökonomien, die den aktuellen „Ansturm“ auf kritische Rohstoffe prägen. Deren Versicherheitlichung und Geopolitisierung bergen dabei die Gefahr, einen „grünen Kolonialismus“ zu reproduzieren und die durch den früheren Rohstoffabbau in der Region verursachten Schäden noch zu verschlimmern. Drittens untersucht das Projekt die sich wandelnden Beziehungen zwischen Staat und Großunternehmen sowie deren Bedeutung für staatliche und nichtstaatliche Akteure, Institutionen, Normen, Diskurse und Infrastrukturen. Schließlich untersucht das Projekt, ob die von der EU vorangetriebenen Rechenschaftsstandards eine Rolle dabei spielen können, neue Rohstofffördergebiete auf nachhaltigere Weise zu gestalten.

Kernfragen

  • Wie wirkt sich die Diversifizierung der Akteure im Bereich kritischer Rohstoffe in Zentralasien auf bestehende Rohstoffgewinnungsmodelle in der Region aus?
  • Welche Risiken für ökologische und soziale Schäden birgt die Ausweitung der Rohstoffgrenzen für die Region?
  • Versprechen von der EU vorangetriebene Rechenschaftsstandards eine nachhaltigere Rohstoffgewinnung?
  • Wie schneiden die Strategien der EU zum Abbau kritischer Rohstoffe in Zentralasien vor dem Hintergrund etablierter Bergbaupraktiken staatlicher und chinesischer Unternehmen ab?

Methodik

  • Auswertung internationaler und nationaler Datensätze, Medien- und Unternehmensquellen
  • Interviews mit Vertreter*innen aus Wirtschaft und Regierung, Expert*innen sowie Mitgliedern betroffener Gemeinschaften
  • Analyse von Diskursen und politischen Maßnahmen der EU und Zentralasiens
  • Feldforschung an Bergbaustandorten

Projektleitung