Gesellschaftliche Initiativen und staatliche Politik – ein postsowjetischer Vergleich

Projektkoordination: Dr. Nadja Douglas

Protestierende in Belarus tragen ein Transparent mit der Aufschrift »Wer ist der wahre Parasit? Der Präsident!«. © Anastasija Vasil'chuk, #controlBY

Im Zentrum des Forschungsvorhabens "Gesellschaftliche Initiativen und staatliche Politik – ein postsowjetischer Vergleich" stehen Kontroll- und Reformbemühungen gesellschaftlicher Akteure in der Interaktion mit staatlicher Politik und politischen Entscheidungsträgern im postsowjetischen Raum. In Zeiten eines beschleunigten sozialen Wandels, lassen sich verstärkte Forderungen nach einem Mehr an Transparenz, Rechenschaftspflicht und Teilhabe auch in den postsowjetischen Ländern feststellen. Das Projekt baut auf vorhandener Forschung zum Thema "Gesellschaftliche und öffentliche Kontrolle" auf und zielt darauf ab, diese mit Erkenntnissen aus der Sozialbewegungsliteratur zu verknüpfen. Der theoretische Rahmen des Projekts baut auf dem Konzept der "contentious politics" (McAdam, Tarrow and Tilly 2001) auf. Dabei soll der Blickwinkel insbesondere auf kontroverse Gesetzesprojekte der jüngsten Zeit eingegrenzt werden. Geplant sind drei strukturell unterschiedliche regionale Länderstudien. Das Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse zu gewinnen über gesellschaftliche Initiativen, u. a. Graswurzelbewegungen, die in den letzten Jahren in Erscheinung getreten sind.

Die Ankündigung massiver Strompreiserhöhungen löste 2015 in Armenien Massenproteste aus, die als »Electric Yerevan« bekannt wurden. © Karena Avedissian