Religiöse Vielfalt im postsowjetischen Kaukasus

Buchpräsentation (in deutscher Sprache)

mit Jeanne Féaux de la Croix (Eberhard Karls Universität Tübingen), Florian Mühlfried (FSU Jena), Uwe Halbach (SWP Berlin) und Tsypylma Darieva (ZOiS Berlin)
Moderation: Regina Elsner (ZOiS)

© Berghahn Books

Trotz einer von Gewalt geprägten Geschichte ist der Kaukasus auch eine Region des gelebten religiösen Miteinanders. Auf der Grundlage neuer ethnographischer Erkenntnisse aus Georgien, Armenien, Aserbaidschan und der Russischen Föderation diskutiert das Buch Sacred Places, Emerging Spaces schwindende und im Erscheinen begriffene sakrale Orte sowie Pilgerorte im multi-ethnischen und multi-religiösen postsowjetischen Kaukasus. Die Beiträge erkunden die Auswirkungen von De-Säkularisierungsprozessen, einer wachsenden institutionellen Kontrolle und neuer Grenzziehungen zwischen dem Religiösen und dem Säkularen. Damit lassen sie den Kaukasus als einen dynamischen Grenz- und Kontaktraum in Erscheinung treten. Zwei der Autor*innen werden zentrale Themen des Buches vorstellen und ihre Ergebnisse mit wissenschaftlichen Gästen diskutieren.

“This volume shares in a rich resurgence of writing on religious activity across the former Soviet Union and particularly in areas of the Caucasus, offering sharp insight into arguably one of the most popular religious traditions, shrine pilgrimage, about which we know surprisingly little. The editors have gathered the highly qualified scholars for the task, including a number of specialists from the Caucasus proper.” Bruce Grant, New York University

“Sacred Places-Emerging Spaces: Religious Pluralism in the post-Soviet Caucasus” New York: Berghahn Books, 2018


Dr. Tsypylma Darieva hat Geschichte und Orientalistik in St. Petersburg, und Ethnologie in Berlin studiert. Ihr Projekt am ZOiS behandelt den Wandel urbaner Räume und religiösen Pluralisierung in südkaukasischen Städten. Sie ist die Autorin von Urban Spaces after Socialism. Ethnographies of Public Places in Eurasian Cities (Campus, 2011) und dem Buch Sakralität und Mobilität in Südosteuropa und im Kaukasus.

Dr. Jeanne Féaux de la Croix ist Sozialanthropologin an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo sie die Nachwuchsforschungsgruppe ‘Kulturgeschichte des Wassers in Zentralasien’ leitet. Derzeit erforscht sie Phantominfrastrukturen, die Wahrnehmung der Gletscherschmelze und die Brückengeschichte in Kirgistan. Féaux de la Croix ist die Autorin von Iconic Places in Central Asia: the moral geography of pastures, dams and holy sites. Transcript: Bielefeld.

Dr. Uwe Halbach, Politikwissenschaftler, forscht an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Russland/GUS, Zentralasien und Kaukasus, Religion und Gesellschaft, Islam im GUS-Raum und ungelöste Sezessionskonflikte in dieser Region Kaukasus.

PD Dr. Florian Mühlfried ist Sozialanthropologe im Bereich Kaukasiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung und Gastprofessor bei UNICAMP, Brasilien. 2014 veröffentlichte er die Monographie Being a State and States of Being in Highland Georgia bei Berghahn. Er ist Herausgeber des Bandes Mistrust: Ethnographic Approximations (Transcript, 2017).