Platform East: Crisis Managers Wanted Authoritarian vs. Democratic Systems in Times of Instability

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Diskurs: 24.06.2020, 18:30-19:30
In englischer Sprache

Mit: Oliver Bilger (Tagesspiegel, Berlin), Silvia von Steinsdorff (Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation: Gwendolyn Sasse (ZOiS)
Input: Vlad Troitskyi (Center of Contemporary Art DAKH, Kiew)

Die Covid-19 Pandemie hat das Augenmerk stärker auf die Beziehungen zwischen Bürger*innen und Staat gelenkt. Zu Beginn der Pandemie schien es, als ob autoritäre Staaten mit der Ausnahmesituation besser zurecht kämen als demokratische Gesellschaften und eine„starke Führung“ sich für die Bürger*innen exemplarisch in Zeiten einer Krise auszahlt. Fünf Monate später sind die Bilanzen der einzelnen Staaten jedoch gänzlich unterschiedlich., insbesondere in den Ländern Osteuropas. Lässt sich erfolgreiches Krisenmanagement tatsächlich auf das politische System zurückführen? Wie reagieren Gesellschaften auf die Politik ihrer Regierungen in einer solchen Ausnahmesituation? Welche Rolle spielen dabei zivilgesellschaftliche Akteur*innen und Stimmen aus der Kunst, welche seit jeher Machtverhältnisse und -gefälle untersuchen und öffentlich zur Disposition stellen? Als künstlerischen Input für die Diskussion, spricht der ukrainische Theaterregisseur Vlad Troitskyi über seine Auseinandersetzung mit Machstrukturen zwischen Staat und Gesellschaft und darüber, was es bedeutet Theatermacher in einem Land zu sein, das von häufigen Systemwechseln geprägt ist.

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Eine Kooperationsveranstaltung des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien und der Volksbühne Berlin. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.


Oliver Bilger war freier Korrespondent in Moskau und berichtete von dort über Russland und den osteuropäischen Raum. Seine Themenschwerpunkte liegen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Heute schreibt der Journalist in der Nachrichtenredaktion des Berliner Tagesspiegels.

Gwendolyn Sasse ist wissenschaftliche Direktorin des Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Berlin. Sie arbeitet unter anderem zu politischen Identitäten und Konflikten im postsowjetischen Raum und nimmt dabei auch die vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung in den Blick.

Vlad Troitskyi, 1964 in Ulan-Ude in der UdSSR geboren, ist ein ukrainischer Theaterschauspieler, Regisseur, Bühnenbildner, Produzent und Fernsehmoderator. 1994 gründete Troitskyi das Center of Contemporary Art DAKH, das Kunsthotel und Schauspielschule war, bevor es 2004 zum Theater wurde. Troitskyi ist Gründer des GOGOLFEST für zeitgenössische Kunst im Arsenal (heute Mystetskyi Arsenal), das sich zu zahlreichen regionalen Festivals in der Ukraine weiterentwickelte.

Silvia von Steinsdorff ist Inhaberin der Professur für Vergleichende Demokratieforschung und die politischen Systeme Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich vorwiegend mit dem Spannungsfeld von Recht und Politik (dabei insbesondere Verfassungsgerichten und Verfassungspolitik), mit der Organisation und Bedeutung von Parlament und Parteien sowie Demokratisierung und Transformation, vorwiegend in Osteuropa und der Türkei.