Lesung und Gespräch mit Golineh Atai

Lesung und Diskussion | 13. November 2019 | 18:30 Uhr

Mit Golineh Atai (Journalistin), Nadja Douglas (Politikwissenschaftlerin), Regina Elsner (Theologin), Félix Krawatzek (Politikwissenschaftler) und Gwendolyn Sasse (Moderation)

Seit der Annexion der Krim erfindet sich Russland neu: als eine Großmacht, die national-imperialistisch spricht und aggressiv handelt. Das sagt Golineh Atai, die für ihre Berichterstattung aus Moskau vielfach ausgezeichnet worden ist. In ihrem Buch Die Wahrheit ist der Feind – Warum Russland so anders ist zeigt sie Hintergründe politischer Ereignisse und Zusammenhänge, die in der deutschen Debatte über Russland kaum wahrgenommen werden. Sie zeichnet die Entstehung neuer Mythen nach und erklärt, wie diese Mythen Russlands Innen- und Außenpolitik und den westlichen Umgang mit dieser Politik in den vergangenen Jahren prägten. Am ZOiS stellt Golineh Atai Auszüge aus ihrem Buch vor. Im Anschluss an die Lesung diskutiert die Autorin mit ZOiS-Wissenschaftler*innen über Wertvorstellungen, die russische Zivilgesellschaft und Jugend, sicherheitspolitische Aspekte sowie Russlandbilder in Deutschland.


Golineh Atai war von 2013 bis 2018 ARD-Korrespondentin in Moskau. Für ihre Arbeit wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem als Journalistin des Jahres 2014, mit dem Peter-Scholl-Latour sowie dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.

Nadja Douglas ist Politikwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZOiS. Ihre Interessen liegen bei der Friedens- und Konfliktforschung, Menschenrechten und der politisch-militärische Dimension im OSZE-Raum.

Regina Elsner ist Theologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZOiS. In ihrem Forschungsprojekt „Moral statt Frieden“ untersucht sie die Dynamiken der russisch-orthodoxen Sozialethik seit dem Ende der Sowjetunion.

Félix Krawatzek ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZOiS. Er beschäftigt sich mit der politischen Mobilisierung junger Menschen in Russland und den damit verbundenen Vorstellungen von Jugend.

Gwendolyn Sasse ist wissenschaftliche Direktorin des ZOiS. Sie forscht unter anderem zu politischen Identitäten und Konflikten im postsowjetischen Raum.