Lange Nacht der Wissenschaften 2019

Dreißig Jahre sind seit dem Fall der Berliner Mauer vergangen. In den ehemaligen Ländern der Sowjetunion und ihrer Einflusssphäre sind die Folgen des Umbruchs noch heute spürbar. Zur Langen Nacht kann man sich am ZOiS ein Bild davon machen, wie die Politik und Gesellschaften Osteuropas aktuell erforscht werden. Der ukrainische Autor Andrej Kurkow wird aus seinem aktuellen Roman lesen und mit uns über Europabilder in Ost und West diskutieren. Das Publikum kann an einer Live-Umfrage teilnehmen, und eine Videoinstallation zeigt die Vielfalt des städtischen Aktivismus in Osteuropa.

Das gesamte Programm der Langen Nacht der Wissenschaften 2019 finden Sie hier.


Programm

Kinderprogramm zu Zentralasien (17:00–21:00 Uhr)

mit Beate Eschment (ZOiS)

© ZOiS

Wo liegt eigentlich Samarkand? Die Länder Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan haben für viele einen geheimnisvollen Klang. Bei unserer Rätselstrecke könnt ihr spielerisch eine Region entdecken, über die die meisten wenig wissen. Außerdem werden zentralasiatische Märchen vorgelesen.

Poster-Session am Samowar/ Infostand (17:00–19:00, 22–24:00 Uhr)

© ZOiS

mit Tsypylma Darieva, Nadja Douglas, Regina Elsner, Beate Eschment, Nina Frieß, Félix Krawatzek, Sabine von Löwis, Gwendolyn Sasse (alle vom ZOiS)

Ein starker Tee weckt die Lebensgeister, während unsere Wissenschaftler*innen Rede und Antwort zu ihren Forschungsprojekten stehen.

Urbaner Aktivismus in Osteuropa (18:00–18:45 Uhr)

mit Alexander Formozov (Dekabristen e.V.), Nadja Douglas (ZOiS) und Tsypylma Darieva (ZOiS)

© Alexander Formozov

Städte sind Bühnen der Macht und gleichzeitig Labore des sozialen Wandels. Wir schauen ostwärts, in verschiedene Städte Russlands und im Süd-Kaukasus und zeigen, wie urbaner Aktivismus mit kreativen Aktionen für einen Wandel von unten eintritt. Wem gehört die Stadt? Welche Taktiken und Strategien verfolgen die Aktivist*innen und mit welchen Ergebnissen?

„Kirche ohne Putin“ ? – Religion und Politik nach dem Maidan (19:15–19:45 Uhr)

mit Regina Elsner (ZOiS)

Das Thema einer von Moskau unabhängigen, „nationalen“ orthodoxen Kirche hat eine wichtige Rolle im ukrainischen Wahlkampf gespielt. Warum sind Politik und Kirche in der Ukraine so eng verknüpft? Nutzt Moskau „seine“ Kirche tatsächlich als Einfallstor pro-russischer Propaganda? Und hat das ganze Thema für die Menschen in ihrem Alltag wirklich Relevanz? Die Theologin Dr. Regina Elsner erklärt, wie es um Kirche und Politik in der Ukraine steht.

Lesung und Gespräch mit Andrej Kurkow (20:15–21:45 Uhr)

mit Nina Frieß, Félix Krawatzek und Sabine von Löwis (alle vom ZOiS)

© Haymon Verlag/ Fotowerk Aichner

Der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow liest aus seinem aktuellen Roman Kartografie der Freiheit und spricht mit den ZOiS-Wissenschaftler*innen über die Bedeutung neuer und alter Grenzen und die sich wandelnde Rolle Europas.

Live-Umfrage: Was denkt Russlands Jugend? (21:45–22:45 Uhr)

mit Félix Krawatzek (ZOiS)

Einerseits sind junge Menschen bei den Protesten der letzten Monate medial sehr präsent gewesen, andererseits gilt die russische Jugend als politisch desinteressiert, konservativ oder als treue Anhängerschaft Putins. Eine ZOiS-Umfrage hat diese scheinbar widersprüchlichen Trends unter die Lupe genommen. Das Publikum kann mit dem Smartphone ausgewählte Fragen aus der Umfrage selbst beantworten. Die Ergebnisse werden live ausgewertet und denen der Studie gegenübergestellt.