Literarische Perspektiven auf den Krieg in der Ostukraine

Gespräch und Lesung | 5. Juni 2019 | 18:30-20:30 Uhr

Mit Ziemowit Szczerek (Autor), Serhij Zhadan (Autor) und Alexander Chertenko (Literaturwissenschaftler), Moderation: Nina Frieß (ZOiS)

Seit 2014 herrscht Krieg in der Ostukraine, über 12.000 Menschen starben, etwa 2,8 Millionen haben ihre Heimat verlassen. Das Kriegsgeschehen und die damit einhergehenden Umwälzungen im Leben der Betroffenen haben seitdem nicht nur Eingang in die Publizistik, sondern auch in die Literatur gefunden. Im ZOiS Forum diskutiert die Literaturwissenschaftlerin Nina Frieß (ZOiS) mit den Autoren Serhij Zhadan und Ziemowit Szczerek sowie dem Literaturwissenschaftler Alexander Chertenko über Texte, die rund um den Krieg in der Ukraine entstanden sind. Sie sprechen dabei über Herausforderungen beim Schreiben von Kriegsliteratur, über anvisierte Leserschaften, die mögliche Ideologisierung und Politisierung von Literatur und die sehr unterschiedlichen Perspektiven auf den Krieg, die – je nach Involvierung oder Herkunft – von den Schreibenden eingenommen werden. Im Rahmen der Veranstaltung werden Serhij Zhadan und Ziemowit Szczerek auch eigene Texte lesen.


Ziemowit Szczerek ist ein polnischer Schriftsteller, Übersetzer und Journalist. Sein in der Ukraine spielender fiktiver Reiseroman Mordor kommt und frisst uns auf war für zahlreiche Preise nominiert und erhielt unter anderem den Paszport Polityki. Der Maidan und der Krieg in der Ostukraine fanden Eingang in sein bislang nicht auf Deutsch erschienenes Buch Tattoo mit Dreizack.

Serhij Zhadan ist ein ukrainischer Schriftsteller, Lyriker, Musiker und Übersetzer. Sein Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. In seinen neueren Texten (Internat; Warum ich nicht im Netz bin. Gedichte aus dem Krieg) ist der Krieg in der Ostukraine zentrales Thema.

Alexander Chertenko ist promovierter Literaturwissenschaftler aus der Ukraine, zurzeit lebt er in Berlin. In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst er sich mit den Reaktualisierungen des kolonisatorischen Diskurses in der ukrainischen, russischen und polnischen Literatur zum Krieg im Donbass.

Nina Frieß ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZOiS. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin mit russophoner Literatur im postsowjetischen Raum.