K/Eine Utopie(n) mehr? Junge Literatur aus dem Westbalkan und aus Russland

Lesung und Gespräch | In Kooperation mit dem DAAD-Projekt | 5. Dezember 2019 | 18:30 Uhr

Mit Ivana Pajić (Universität Novi Sad), Jana George (Universität Stavropol‘), Željana Tunić und Andrea Meyer-Fraatz (Universität Jena)
Moderation: Eva Kowollik (Universität Halle)

Skopje, Nordmazedonien. © Godong/Alamy Stock Foto

Die Werte der (friedlichen) Revolutionen von 1989 ff. werden im Zuge gefühlter und realer Krisen durch populistische Bewegungen, alt-neue Nationalismen und das Gegenmodell der „gelenkten“ oder „illiberalen Demokratie“ massiv in Frage gestellt. Die Zielvorstellung eines politisch vereinigten Europas hat vielerorts an Attraktivität eingebüßt, nicht wenigen Menschen ist „Europa“ zum politischen und kulturellen Feindbild schlechthin geworden. Im Projekt „K/Eine Utopien mehr? Ein Forum für junge, engagierte Literatur“ geht es darum, Literatur als Raum alternativen Denkens und Sprechens zu vermessen und zu fragen, welche Impulse von ihr ausgehen können, wenn es um die Stärkung von Pluralismus, Demokratie und Zivilgesellschaft geht. Die Werke junger Autor*innen sind dabei von besonderem Interesse, weil es sich hierbei um eine Generation handelt, deren gesamte Kindheit und Jugend in die Transformationszeit fällt und die gleichzeitig von wegbrechenden Zukunftshoffnungen besonders stark betroffen ist. Im ZOiS lesen zwei junge Autor*innen, die im Rahmen des Projekts übersetzt wurden. Mit ihnen und dem Publikum diskutieren unter der Moderation von Eva Kowollik Jana George (Universität Stavropol‘), Ivana Pajić (Universität Novi Sad) sowie Željana Tunić und Andrea Meyer-Fraatz (Universität Jena).


Die Schriftstellerin Barbara Delać studierte Kunstwissenschaft an der Universität Donja Gorica in Podgorica, Montenegro. Sie ist seit 2015 Mitglied des literarischen Kollektivs Forum of Young Writers und veröffentlichte ihre Gedichte und Kurzgeschichten in verschiedenen Sammelbänden, literarischen Zeitschriften und auf Internetportalen. Zurzeit ist sie Stipendiatin der Akademie der Künste in Berlin (2019, Literatur); darüber hinaus hat sie bereits einige montenegrinische und serbische Literaturpreise erhalten.

Jana George studierte Osteuropäische Geschichte, Politik, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache in Jena und promovierte am dortigen Graduiertenkolleg „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa. Sie arbeitet momentan an der Nord-Kaukasischen Föderalen Universität in Stawropol, Russland, wo sie sich mit dem Übersetzen von Literatur und Humor beschäftigt.

Ewa Kowollik ist Slavistin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, wo unter anderem die Südslavistik zu ihrem Lehrgebiet zählt. Sie forscht zur serbischen, kroatischen und bosnischen Literatur der Gegenwart, insbesondere zu Literatur und Geschichte, Kriegsnarrativen sowie dem Thema Trauma und Literatur.

Andrea Meyer-Fraatz ist Professorin für slawistische Literaturwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Schwerpunkten auf der russischen und der polnischen Literatur sowie den Literaturen des ehemaligen Jugoslawien. In den letzten Jahren hat sie sich wiederholt mit Fragen der Utopie und Dystopie sowie mit Fragen der Transition in den zeitgenössischen ex-jugoslawischen Literaturen beschäftigt. 

Ivana Pajić ist promovierte Literaturwissenschaftlerin aus Serbien. Zurzeit arbeitet sie an der Abteilung für Germanistik (Philosophische Fakultät der Universität Novi Sad). Ihre Interessenschwerpunkte sind: Interkulturelle Literatur(-wissenschaft), deutscher und 
österreichischer Film und deutsche Kultur im inter- und transkulturellen Kontext.

Željana Tunić ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Slawistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2016 koordiniert sie verschiedene internationale Projekte, die sich mit der kulturellen Bewältigung von Kriegs- und Gewalterfahrungen in Europa beschäftigen. Zu ihren Schwerpunkten zählen: vergleichende Literaturwissenschaft, Übersetzungstheorien, politische Anthropologie, Erinnerungskultur und Performativität.

Timur Walitow wurde 1991 in Nischnij Nowgorod geboren. Er absolvierte ein Jurastudium und studiert im Masterprogramm der Higher School of Economics „Literarisches Schreiben“ in Moskau. Seine literarischen Texte erhielten bereits erste Auszeichnungen und wurden in russischen Literaturzeitschriften veröffentlicht. Zurzeit lebt und arbeitet Timur Walitow als Copywriter für eine IT-Firma in Moskau.