An unholy alliance? “Christian values” and Anti-Gender politics in Central and Eastern Europe

Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Volksbühne Berlin | Eintritt: 8/5 Euro

© Volksbühne

(in englischer Sprache)

mit Regina Elsner, Elżbieta Korolczuk und Radoslav Stoyanov
Moderation: Patricia Hecht

Heute bedienen sich rechtspopulistische Bewegungen und autoritäre Regierungen weltweit „christlicher Werte“, um eine konservative Sozialpolitik voranzutreiben. Sie proklamieren, die vermeintlich „wahre“ Zivilgesellschaft, jenseits von Eliten, zu repräsentieren. Vor allem in Ländern wie Russland oder Polen stärkt die Anti-Gender- und Pro-Family-Agenda rechter Parteien einerseits europakritische und nationalistische Akteure. Andererseits sind diese Bewegungen auch Teil internationaler christlicher ultrakonservativer Allianzen, die in Osteuropa eine neue Bastion der Verteidigung ihrer Werte sehen. Prägnant zeigen sich diese Verbindungen beispielsweise am World Congress of Families (WCF) zu dem sich christliche, ultrakonservative Gruppen und Einzelpersonen versammeln, um ein traditionalistisches Familienverständnis zu verteidigen.

Was sind die treibenden Faktoren für diese „unheilige Allianz“ von Religion und Politik, in der Gender mit Demoralisierung gleichgesetzt wird? Welche Rolle spielen die katholische bzw. orthodoxe Kirche in dem Prozess? Wie positionieren und engagieren sich verschiedene Strömungen der christlichen Kirchen in diesem Wertekampf?


Regina Elsner ist Theologin und Wissenschaftlerin am ZOiS. Im Projekt ‚Moral statt Frieden‘ erforscht sie die Dynamik der Russischen Orthodoxen Sozialethik seit dem Zerfall der Sowjetunion.

Patricia Hecht ist Journalistin und fungiert als Genderredakteurin im Inlandsressort der taz. Zu ihren thematischen Schwerpunkten gehören reproduktive Rechte und Antifeminismus. Sie war Teil des internationalen Rechercheverbunds „Europes Far Right“ zu Strategien und Netzwerken der europäischen Rechten.

Elżbieta Korolczuk ist Soziologin, Kommentatorin sowie Frauen- und Menschenrechtsaktivistin. Sie lehrt an der Södertörn-Universität in Stockholm und am American Studies Center der Universität Warschau. Ihre Forschungsinteressen umfassen Gender, soziale Bewegungen und Zivilgesellschaft. Sie ist Autorin zahlreicher Texte, u.a. zur Frauenbewegung und deren Verhältnis zum Neoliberalismus, zu neuen Formen der Staatsbürger*innenschaft und zur Politisierung von Reproduktion sowie Anti-Gender-Bewegungen in Polen und darüber hinaus.

Radoslav Stoyanov ist bulgarischer Menschenrechtsaktivist mit Fokus auf LGBTI-Angelegenheiten. Als Aktivist für Homosexuellenrechte, brachte er zahlreiche Fälle öffentlicher hate speech gegen sexuelle Minderheiten vor die nationale Gleichstellungsbehörde. Stoyanov ist Überwachunsbeauftragter für rechtskonservative und rechtsextreme Aktivitäten in Bulgarien. Er arbeitet als Experte beim Bulgarian Helsinki Committee und erwirbt seinen Masterabschluss in Rechtwissenschaften.