Dr. Sergei Shtyrkov

Gastwissenschaftler

Sergei Shtyrkov ist Associate Professor am Institut für Anthropologie der Europäischen Universität St. Petersburg und seit September 2019 Gastwissenschaftler am ZOiS. Als Senior Research Fellow ist er am Institut für Kaukasusstudien des Museums für Anthropologie und Ethnographie der Russischen Akademie der Wissenschaft (Kunstkammer), St. Petersburg, tätig. Er schloss sein Studium der Geschichte an der Staatlichen Universität St. Petersburg und der Ethnologie an der Europäischen Universität (St. Petersburg) ab, wo er Lehrveranstaltungen zu Feldmethoden der Sozialwissenschaften, zur Religionsanthropologie und zum Thema Nationalismus gab. 2002 verteidigte er seine Dissertation zum Thema „Historische volkstümliche Legenden der Nowgoroder Region“ an der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität, Moskau. Im selben Jahr trat er eine Position als Research Fellow beim Museum für Anthropologie und Ethnographie (St. Petersburg) an und begann seine Feldforschung in Nordossetien.

Forschungsinteressen

  • Ethnischer und religiöser Traditionalismus in Verbindung mit Religion
  • Kultur neuerer religiöser Bewegungen
  • Studium volkstümlicher Erzählungen

Forschungsprojekt

Verschiedene Versionen des religiösen Traditionalismus in Nordossetien: Zwischen Russischer Orthodoxie und ethnisch geprägtem Glauben

Das Hauptziel des Projektes ist es, den öffentlichen Diskurs in Nordossetien zu analysieren, um aufzuzeigen, wie sich die Sichtweisen auf die soziale Natur und die Funktionen der Religion in den heutigen Regionen Russlands mit nationalen Minderheiten verändern. Dafür werden zwei religiöse Gruppen innerhalb der Region näher betrachtet: Ossetische Nativisten und Orthodoxe Polemiker.

Weiterhin liegt ein Fokus des Projektes auf der Frage, wie diese Gruppen Religion definieren und was ihnen zufolge die „wahre“ Religion der Osseten sein sollte. Ihre diskursiven Mittel (akademischer, politischer Natur, etc.) in öffentlichen Diskussionen werden ebenso analysiert wie die Positionen, die religiöse Gruppen vertreten müssen, um am öffentlichen Diskurs teilnehmen zu können.