Heimwärts Pilgern: Hintergründe und Strategien eines transnationalen Engagements

Projektkoordination: Dr. Tsypylma Darieva

Auf ethnografischen Langzeitbeobachtungen in Armenien und den Vereinigten Staaten aufbauend, nimmt diese Studie solche transnationalen Aktivitäten in den Fokus, die neue emotionale Verbindungen zwischen der Diaspora und dem Heimatland herstellen. Armenien – gemeinhin als Land der Emigration betrachtet, das Arbeitsmigrant*innen nach Russland entsendet und von deren Überweisungen abhängig ist – entwickelte in letzter Zeit eine Attraktivität für Rückkehrmigrationsprozesse. Grenzüberschreitende Strömungen von Geld, Menschen und Ideen aus Industrieländern in eine postsozialistische Transformationsgesellschaft wie Armenien, werden von einer neuen Generation diasporischer Organisationen gefördert.

Tsypylma Darieva untersucht Mechanismen moderner Mobilität, beispielsweise freiwillige Reisen ins Heimatland von Menschen, die Reisefreiheit genießen, sowie eine Bandbreite an Bindungen und Interaktionen, die ein neues Mobilitätsmuster darstellen – das „Heimwärts Pilgern“. Die Schlüsselfiguren dieser Mobilität sind Diaspora-Aktivist*innen armenischer Herkunft, die überwiegend in Nordamerika leben: Freiwillige, Philanthrop*innen, Young Professionals, Pilger*innen und Toursit*innen.

Dieses Buchprojekt soll einen Beitrag zu Studien transnationaler Mobilität an der Schnittstelle zwischen Rückkehrmigration, Diaspora-Aktivismus und Pilgerstudien leisten. Tsypylma Darieva bietet einen Bericht über soziale Vorstellungen, politische Ansprüche und die aufkommenden Infrastrukturen einer „heiligen“ Reise, der über klassische Pilgerstudien hinausgeht.