Einstellungen, politisches Engagement und transnationale Verflechtungen junger Menschen in Osteuropa

Projektkoordination: Dr. Félix Krawatzek und Prof. Dr. Gwendolyn Sasse

Basierend auf einer Reihe von Online-Umfragen in verschiedenen Ländern Osteuropas (Russland, Belarus, Polen und Lettland), erschließt dieses Projekt die Einstellungen, das Verhalten und die transnationalen Verflechtungen einer Generation, über die es noch wenig empirisch fundierte Kenntnis gibt. Mithilfe der Umfragen können wir ein Bild davon erhalten, wie junge Menschen ihre politische und soziale Welt wahrnehmen, wie sie sich mit der Vergangenheit ihrer Länder auseinandersetzen und welche Erwartungen sie an ihre eigene Zukunft haben. Die ersten beiden Umfragen wurden in fünfzehn Landeshauptstädten der Russischen Föderation (April 2018/April 2019) unter jungen Menschen im Alter von 16 bis 34 Jahren durchgeführt. Jugend spielt eine wichtige Rolle im offiziellen Diskurs der russischen Regierung. Einerseits hat sie sich als regimeloyal und im Einklang mit den konservativen Werten erwiesen, war andererseits aber auch bei der Anti-Korruptions-Protestbewegung um Alexei Nawalny oder den Protesten im Kontext der Regionalwahlen im Sommer 2019, sehr sichtbar. Diese Spannung innerhalb der jungen Generation ist nicht nur in Russland zu spüren. Durch weitere Umfragen in Belarus, Polen und Lettland trägt dieses Projekt zu einem tieferen Verständnis der vielfältigen Ansichten der Jugend in sich rapide wandelnden Gesellschaften bei. Wir untersuchen Themen, wie zum Beispiel das politische Interesse, das Wissen und das öffentliche Engagement junger Menschen, ihre Informationsquellen, persönlichen Netzwerke, Erwartungen, Vertrauen und Werte. Die Online-Fragebögen beinhalten neuartige Erhebungstechniken, darunter Sach- und Bildquizze sowie Vignetten- und Listenexperimente.