(De)Bordering und (Re)Bordering im post-sowjetischen Raum

Projektkoordination: Dr. Sabine von Löwis und Dr. Beate Eschment

Die Annexion der Krim 2014 und die Auseinandersetzungen in der Ostukraine haben gezeigt, dass die territoriale Ordnung im post-sowjetischen Raum und in Osteuropa weniger stabil ist als bisher allgemein angenommen. Kaum bekannt geworden sind diverse lokale Grenzkonflikte im zentralasiatischen Fergana-Tal. Auch im Kaukasus wurden und werden Grenzen infrage gestellt. Gleichzeitig stellen (neue) Grenzziehungen aber auch gewaltsame Konflikte die Bewohner*innen der Grenzregionen vor vorher ungekannte Probleme.

Das Projekt hat zum Ziel, die Vielfalt der aus der Sowjetzeit ererbten Grenzprobleme wie auch der Veränderungen in den Grenzregionen im post-sowjetischen Raum zu analysieren und aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Dafür setzen wir uns mit einer Reihe ausgewählter Grenzregionen aus Mikro- und Makroperspektive auseinander und diskutieren mit Forscher*innen aus den betroffenen Staaten wie auch Drittländern in Workshops ihre Forschungsergebnisse vor dem Hintergrund aktueller Debatten der Grenzforschung. Neben unterschiedlichen Analyseebenen und methodischen Zugängen werden verschiedene disziplinäre Betrachtungen zusammengeführt. Die Diskussion hat im November 2018 auf einem Workshop am ZOiS begonnen und soll in weiteren Workshops fortgesetzt werden. Ergebnisse werden in verschiedene Publikationsformate fließen.