Zwischen Kunst und Protest: Street Art in Georgien und Armenien

Präsentation des Projekts "Talking Walls" der Freien Universität Berlin und Diskussion

Charlotte Bull und Claudia Eggart (Projekt Talking Walls, Freie Universität Berlin), Edita Badasyan (Journalistin), Nadja Douglas (ZOiS)
Moderation: Tsypylma Darieva (ZOiS)

Ein Soldat auf Heimaturlaub aus dem Berg-Karabach-Konflikt umarmt seine Mutter. Das Bild wurde von der armenischen Aktivistengruppe 'Counterstrike' geschaffen. © Talking Walls

Studierende der Freien Universität Berlin haben Street Art in den Hauptstädten Armeniens und Georgiens dokumentiert, mit Künstler*innen und Aktivist*innen gesprochen und auf diese Weise die Menschen und Geschichten hinter den Werken entdeckt. Graffiti, Wandmalereien, Schablonenbilder, Paste-ups oder Sticker – was für die einen Vandalismus ist, wird für andere zu einem Werkzeug der Kritik an politischen Verhältnissen und des Offenlegens von sozialen Missständen. Die Gruppe präsentiert Eindrücke von urbanen Kunstwerken in Jerewan und Tiflis und ordnet diese in den politischen und gesellschaftlichen Kontext der Länder ein.

Charlotte Bull studiert Osteuropastudien mit Schwerpunkt Kultur an der Freien Universität. Ihren Bachelor hat sie an der Universität Cambridge in Slawistik und Germanistik erhalten. Sie interessiert sich für künstlerische Darstellungen von gesellschaftlichen Umbrüchen und Entwicklungen. Sie hat u.a. in Russland gelebt und Erfahrung in verschiedenen überregionalen zivilgesellschaftlichen Initiativen gesammelt.

Claudia Eggart studiert Osteuropastudien mit Schwerpunkt Soziologie an der Freien Universität. Ihren Bachelor hat sie in Vergleichenden Literaturwissenschaften und Slawistik an der Universität Wien erworben. Ihr Interesse gilt den Transformationsprozessen und insbesondere der Genderforschung in Russland und dem Kaukasus. Diese Länder hat sie bereits mehrfach bereist sowie in der Region Wolgograd als Sprachassistentin gearbeitet.

Edita Badasyan ist freie Journalistin aus Tiflis, Georgien. Sie interessiert sich für politische Konflikte und Friedenskonsolidierung, Minderheitenrechte, soziale Problemsituationen und Gender.

Dr. Nadja Douglas hat Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen studiert. Ihre Interessen liegen bei der Friedens- und Konfliktforschung, Menschenrechten und der politisch-militärische Dimension im OSZE-Raum. In ihrem Projekt am ZOiS beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Initiativen und staatlicher Politik im postsowjetischen Raum.

Dr. Tsypylma Darieva hat Geschichte und Orientalistik in St. Petersburg, Russland, und Sozialantropologie in Berlin studiert. Sie befasst sich unter anderem mit den Themen Migration, transnationale Mobilität und postsozialistischer Urbanismus. Ihr Projekt am ZOiS behandelt den Wandel urbaner Räume und religiösen Pluralismus in südkaukasischen Metropolen.