Pressemitteilung 23.03.2017

Offizieller Auftakt des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)

Offizieller Auftakt des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS)

Mit einer feierlichen Eröffnung am 27. März 2017 und einer wissenschaftlichen Konferenz am Folgetag nimmt das unabhängige, internationale und interdisziplinäre Forschungsinstitut mit Schwerpunkt Osteuropa offiziell seine Arbeit auf.

Das Team des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien. Foto: David Ausserhofer.

Frischer Wind in der Osteuropaforschung in Deutschland: Seit Oktober 2016 arbeitet ein Team von Wissenschaftlerinnen am Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) in Berlin an unterschiedlichen Projekten. „Stabilität und Wandel von politischen Regimen“, „Konfliktdynamiken“ und „Migration“ bilden dabei die vorläufigen Kernthemen. "Die drei ersten Forschungsschwerpunkte sind von hoher politischer und gesellschaftlicher Relevanz. Unsere Arbeit hat den Anspruch, über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus Impulse in die politische und öffentliche Debatte zu geben", sagt Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, wissenschaftliche Direktorin des ZOiS.

Am 27. März 2017 eröffnet das Institut nun offiziell mit einem Festakt im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Gwendolyn Sasse und Dr. Christian Schaich, administrativer Geschäftsführer des ZOiS, begrüßen die etwa 250 geladenen Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Grußworte sprechen außerdem Staatssekretär Walter Lindner, Auswärtiges Amt, und Prof. Dr. Jan Kusber, Vorsitzender des Stiftungsrats des ZOiS. Im Anschluss wird es politisch: Ein fünfköpfiges Podium diskutiert zur Frage „Destruktive Konvergenz: Werden demokratische und autoritäre Systeme einander immer ähnlicher?“ Das Thema könnte aktueller nicht sein: Galten Demokratie und Autoritarismus lange Zeit als die konträren Endpunkte auf der Skala der Regierungsformen, ist zunehmend zu beobachten, wie die Grenzen zwischen beiden Systemtypen fließender werden. Der Populismus in Europa und die ersten Wochen der Präsidentschaft von Donald Trump sind alarmierende Zeichen dieser Entwicklung. Gwendolyn Sasse moderiert das Gespräch; die Teilnehmenden sind Ivan Krastev, Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia, Ingo Mannteufel, Leiter der Redaktion für Europa und Russland der Deutschen Welle, Prof. Dr. Viatcheslav Morozov, Professor für EU-Russland-Studien an der Universität Tartu, und Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff, Professorin für Vergleichende Demokratieforschung und die politischen Systeme Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Bei der feierlichen Eröffnung bleibt es jedoch nicht: Am 28. März 2017 richtet das ZOiS seine erste wissenschaftliche Konferenz in den institutseigenen Räumlichkeiten aus. Unter dem Titel „A New Research Agenda on Eastern Europe“ präsentieren Wissenschaftler/innen und Stipendiat/innen des ZOiS sowie Gastwissenschaftler/innen ihre aktuellen Projekte. Neben Panels zu den Themenschwerpunkten des ZOiS, gibt es einen programmatischen Roundtable zur Zukunft der Area Studies. Eine Ausstellung mit Arbeiten des britischen Fotografen Mark Neville vermittelt einen Eindruck davon, was die künstlerische Perspektive zur Erforschung politischer Identitäten in der Ukraine beiträgt.

Hintergrund des ZOiS

Das ZOiS ist ein unabhängiges, internationales und interdisziplinäres Forschungsinstitut. Es hat im Oktober 2016 seine Arbeit aufgenommen und konzentriert sich auf die mittelfristig angelegte gesellschaftsrelevante Forschung zu Osteuropa. Hintergrund ist die seit 1989 rückläufige Osteuropakompetenz in Deutschland. Um der politischen Herausforderung Deutschlands und der EU gegenüber Russland und den östlichen Nachbarländern gerecht zu werden, wurde im Koalitionsvertrag im Dezember 2013 von CDU, CSU und SPD der Anspruch formuliert, “die Russland- und Osteuropakompetenz in Deutschland auf eine solide Grundlage (zu) stellen” und “die wissenschaflich-analytische Expertise über diese Region (zu) stärken”. „Um die wissenschaftliche Unabhängigkeit zu sichern, hat das ZOiS die Form einer gGmbH, die von einer Stiftung gleichen Namens betrieben wird, welche die Funktion der Gesellschafterin übernimmt“, erklärt Christian Schaich. „Der Stiftungsrat ist mit Mitgliedern aus Wissenschaft und Politik besetzt. Darüber hinaus steht uns ein hochkarätiger internationaler wissenschaftlicher Beirat zur Seite.“

Das ZOiS versteht sich als ein Forum, das Universitäten, Forschungsinstitute, Think Tanks, Stiftungen und andere Organisationen mit Osteuropabezug vernetzt. Gesellschaftsrelevante Grundlagenforschung zu Osteuropa, der Transfer von Forschungsergebnissen in Politik, Medien und Öffentlichkeit sowie Nachwuchsförderung – das sind die zentralen Aufgaben des ZOiS. „Unser erklärtes Ziel ist es, nicht nur über, sondern mit Osteuropa zu forschen. Dabei kommt es uns darauf an, mit unseren Forschungsergebnissen nicht nur an bestehende Debatten anzuschließen, sondern auch aktiv Themen zu generieren“, so Gwendolyn Sasse.

Wenn Sie an den Veranstaltungen des ZOiS teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte unter presse(at)zois-berlin(dot)de an.

Weitere Informationen zur feierlichen Eröffnung des ZOiS finden Sie hier.

Weitere Informationen zur ZOiS-Konferenz 2017 finden Sie hier.

Die Pressemitteilung als PDF finden Sie hier.