Pressemitteilung 18.07.2017

Wer will Kleinrussland?

Separatisten haben in der Ostukraine einen eigenen Staat ausgerufen, der sich als Nachfolger der Ukraine verstanden wissen will. Mit dem Willen der Bevölkerung im Donbass sind diese Verlautbarungen nicht gleichzusetzen.

Über den Status der proklamierten Volksrepubliken Donezk und Lugansk (DNR/LNR) gibt es in der Region durchaus unterschiedliche Ansichten:

Auf dem Gebiet der Volksrepubliken sind immerhin 35% für einen speziellen Autonomiestatus innerhalb der Ukraine und 20,6% für einen Status als Teil von Donezk und Lugansk Oblast innerhalb der Ukraine. Das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) hatte eine Umfrage in der gesamten Donbass-Region durchgeführt, sowohl in den von Kiew kontrollierten Teilen als auch in den besetzten Gebieten (dort telefonisch). Dafür wurden zwischen November und Dezember 2016 insgesamt 2.400 Menschen befragt.

„Unsere Umfragen zeigen, dass die Ansichten und Identitäten der Bewohner/innen der besetzten Gebiete differenzierter sind, als man annehmen könnte. Gemischte Identitäten bestehen fort bzw. werden stärker, und es besteht bei weitem kein Konsens über den Status der Gebiete“, so Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Direktorin des (ZOiS). Angesichts der regionalen Befindlichkeiten sollten die internationalen Bemühungen zur Lösung des Konflikts verstärkt darauf abzielen, die Schaffung eines Sonderstatus‘ für die besetzten Gebiete zu unterstützen.

Publikation:

Sasse, Gwendolyn: The Donbas – Two parts, or still one? The experience of war through the eyes of the regional population, ZOiS Report 2/2017

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